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Mein Kampf 

Adolf Hitler (* 20. April 1889 in Braunau am Inn; † 30. April 1945 in Berlin) war ein deutscher Politiker österreichischer Herkunft. Er war ab 1921 Vorsitzender der NSDAP, ab dem 30. Januar 1933 Reichskanzler und von 1934 bis zu seinem Suizid 1945 unter der Bezeichnung „Führer und Reichskanzler“ zugleich Regierungschef und Staatsoberhaupt des Deutschen Reiches.

In Hitlers Regierungszeit errichtete die NSDAP die Diktatur des sogenannten Dritten Reiches. Im Laufe des Jahres 1933 wurden alle anderen Parteien verboten oder zur Selbstauflösung gedrängt. Das Regime verfolgte politische Gegner mit Inhaftierung in Konzentrationslagern, Ausgrenzung, Folter und Mord. Es betrieb die systematische Entrechtung und massenhafte Ermordung der europäischen Juden sowie anderer religiöser, ethnischer und gesellschaftlicher Gruppen. Die Politik unter Hitlers Führung war ursächlich für den Beginn des Zweiten Weltkrieges,[1] durch den weite Teile Europas zerstört und weltweit Millionen Menschen getötet wurden. 

 

Kindheit und Jugend

Gedenkstein vor dem Geburtshaus Hitlers

Aufgrund seines Berufes zog Alois Hitler mit seiner Familie häufig um: von Braunau zunächst nach Passau, später nach Lambach und schließlich nach Leonding bei Linz.

Psychoanalytiker wie etwa Arno Gruen gehen davon aus, dass Hitlers Beziehung zu seinem Vater durch Gewalt geprägt war. Seine Mutter dagegen habe ihn „vergöttert“. Da seine drei älteren Geschwister kurz vor seiner Geburt gestorben waren, habe die Mutter stets gefürchtet, auch ihr viertes Kind zu verlieren.[19] Dieses Spannungsverhältnis habe einen prägenden Einfluss auf Hitlers Persönlichkeitsentwicklung gehabt: Die Mutter habe den Sohn nicht vor den Züchtigungen des Vaters schützen können, ihn aber, ausgleichend, vergöttert und dadurch in einem Machtspiel gegen den Vater benutzt. Das Kind habe die Mutter als schwach und verachtenswert erlebt, ebenso wie sein Vater sie wahrgenommen habe. Gleichzeitig habe der Sohn die Mutter gegen den Vater beschützen wollen. Diese Situation habe das Kind in innere Konflikte gestürzt, denen es nur durch Entfremdung von sich selbst und seinen Bedürfnissen habe ausweichen können. Durch diese Entfremdung habe sich nur eine schwache Identität entwickelt. Die innere Leere sei durch gewalttätige Fantasien und aufgesetzte Posen überspielt worden.[20] Neben dieser Deutung bearbeiten zahlreiche psychologische Werke verschiedene mögliche psychische Erkrankungen Hitlers.

Auf den verschiedenen Volksschulen, die Adolf Hitler besuchte, war er ein guter Schüler, auf der Realschule in Linz versagte er dagegen völlig. Bereits das erste Jahr dort, 1900/1901, musste er wiederholen, und seine Lehrer bescheinigten ihm „mangelnde Arbeitslust“. Insbesondere missfiel ihm der Religionsunterricht beim Lehrer Franz Sales Schwarz. An der Realschule in Linz begeisterten sich Schüler, darunter auch Hitler, für die Thesen Georg von Schönerers, sie begrüßten sich mit „Heil!“-Rufen und hefteten sich Kornblumen ans Revers. Die dritte Klasse schloss Hitler dort 1904 mit so mangelhaften Noten ab, dass seine Versetzung bedroht war. Die Schule bot Hitlers Mutter an, ihn dennoch zu versetzen, allerdings nur unter der Bedingung, dass er die Schule wechselte. Daher besuchte Hitler seitdem die Realschule in Steyr, die als weniger anspruchsvoll galt. Doch auch dort besserten sich seine Leistungen nicht. Er blieb sitzen, schaffte die Wiederholungsprüfung nicht und verließ die Schule „aus Unlust, Faulheit und launischer Verwöhntheit kurzerhand“[21] sechzehnjährig, im Herbst 1905, ohne Abschluss.

Hitler stellte dies später als eine Art Lernstreik gegen den Vater dar, der ihn in eine Beamtenlaufbahn habe drängen wollen, während er selbst den Beruf des Kunstmalers anstrebte. Diese Darstellung passt dazu, dass Hitler sich zeitlebens als verkannter Künstler sah,[22] mit regelmäßiger Arbeit nicht zurechtkam, und zudem Egozentrik zu seinen hervorstechendsten Eigenschaften gehörte.[23] Gegen Hitlers Darstellung spricht hingegen, dass sein Vater am 3. Januar 1903 gestorben war, als Adolf 13 Jahre alt war. Der Erziehungsdruck ließ nach, ohne dass seine Leistungen besser wurden. Mehr als eine aus verschiedenen Quellen wahllos angelesene Halbbildung hat Hitler auch später nicht erworben.

Jahre in Wien und München

Ab 1903 bezog Hitler eine Halbwaisenrente und mit der Unterstützung durch seine Mutter war er ab 1905 finanziell unabhängig. Ab September 1907 lebte Hitler in Wien; im Mai 1913 zog er nach München.

Hitlers Lebensweg in dieser Zeit lässt sich nur unvollständig rekonstruieren. Für die Jahre vor dem Ersten Weltkrieg sind sehr wenige Quellen verfügbar. Insbesondere liegen nur wenige Aussagen von Augenzeugen vor. Die Geschichtsschreibung stützt sich vor allem auf die Darstellungen von August Kubizek, Reinhold Hanisch, Karl Honisch und einem als „Brünner Anonymus“ bezeichneten Zeugen. Für die Zeit in München wird in erster Linie auf Hitlers Vermieter Josef Popp zurückgegriffen. Hitlers Begleiter in dieser Zeit, der erst 1973 gestorbene Wiener Rudolf Häusler, ist dagegen nie wissenschaftlich befragt worden.[24]

Im September 1907 reiste er nach Wien und unterzog sich an der Allgemeinen Malerschule der Wiener Kunstakademie zusammen mit weiteren 112 Kandidaten der Aufnahmeprüfung.

Durch seine mitgebrachte Arbeitsmappe qualifizierte er sich wie 79 weitere Bewerber zur Teilnahme am zweiten Auswahlverfahren, dem Probezeichnen am 1. und 2. Oktober. Nur 28 bestanden diese Prüfung. Die restlichen Bewerber, darunter auch Hitler und Robin Christian Andersen waren zum Studium nicht zugelassen. Er blieb zunächst in Wien. Am 24. Oktober teilte der jüdische Hausarzt Eduard Bloch der Familie mit, die Mutter sei unheilbar krank und habe nicht mehr lange zu leben. Adolf kehrte nach Linz zurück, bevor seine Mutter am 21. Dezember 1907 an Brustkrebs starb. Nach ihrem Tod distanzierte er sich immer weiter von seinen Verwandten.

Anders als die Schilderungen seiner Jugendzeit in Mein Kampf suggerieren, konnte Hitler von seiner Waisenrente anfangs relativ gut leben. Sein Einkommen, zusätzlich aufgebessert durch den Verkauf selbst gemalter Bilder und Postkarten, lag über dem Anfangsgehalt eines Lehrers. Das Empfehlungsschreiben einer Bekannten an den renommierten Bühnenbildner Alfred Roller, der sich zu einem Empfang Hitlers bereit erklärte, führte letztlich zu keinem Ergebnis. Im Herbst 1908 konnte er sich bei seiner zweiten Bewerbung an der Kunstakademie nicht mehr zum Probezeichnen qualifizieren. Danach bemühte er sich kaum, einen Beruf oder auch nur eine Berufsausbildung in Angriff zu nehmen.

In Wien kam er mit den Schriften des Rassenideologen und Antisemiten Guido von List und seines Schülers Jörg Lanz von Liebenfels in Kontakt. Lanz von Liebenfels wird in einer Biographie des Tiefenpsychologen Wilfried Daim als „der Mann, der Hitler die Ideen gab“ bezeichnet. In der Geschichtswissenschaft dagegen wird der Einfluss, den Lanz’ Schriften auf Hitler hatten, eher als gering bewertet;[25] vorrangig seien die Einflüsse von Lists und anderer „Welterklärer“. Von Bedeutung waren insoweit die „Welteislehre“ von Hanns Hörbiger und die Ideen Hans Goldziers.[26] Auch die antisemitischen Polemiken von Politikern wie Georg von Schönerer, dem Führer der Alldeutschen Bewegung, und dem Wiener Bürgermeister Karl Lueger nahm er auf.[27] Hitlers Vorstellung von einer überlegenen arischen sogenannten Herrenrasse dürfte sich damals gebildet haben, seine Vorbilder ließ er aber stets unerwähnt. Mehr als für Politik hat sich Hitler nach Aussagen seines damaligen Freundes August Kubizek für Opern interessiert, insbesondere für die Richard Wagners.

Nach der zweiten Ablehnung durch den Vorstand der Kunstakademie ging Hitler allmählich das Geld aus. Zudem musste er fürchten, zum Militär eingezogen zu werden.

Nachdem sich Hitler im Juli 1909 von seinem bisherigen Mitbewohner August Kubizek getrennt hatte, wechselte er mehrfach seine Unterkünfte. Die in der Folgezeit angemieteten Zimmer lagen immer weiter von der Innenstadt entfernt, was in einigen Quellen als Indiz für Hitlers zunehmende Geldnot gewertet wird.[28] Die letzte durch Meldezettel nachgewiesene Unterkunft Hitlers im Jahr 1909 befand sich in der Sechshauser Straße 58 in Wien; hier hatte Hitler für einen Zeitraum von etwa drei Wochen ein Zimmer angemietet. Für die folgenden drei Monate ist der Aufenthalt Hitlers ungeklärt; es gibt aus dieser Zeit keine Meldezettel, die Aufschluss über Hitlers Aufenthalt geben könnten. Daraus wird in vielen Quellen geschlossen, dass Hitler im Herbst 1909 für einige Monate obdachlos war und im Obdachlosenasyl in Meidling Zuflucht suchte.[29] Ob Hitler allerdings tatsächlich obdachlos war, ist letztlich nicht gesichert.[30]

Anfang 1910 zog Hitler in das Männerwohnheim in der Meldemannstraße. Als Maler von Sehenswürdigkeiten Wiens fand er ein bescheidenes Auskommen. Hitler malte und zeichnete in Wien bis Mitte 1910 zahlreiche kleinformatige Bilder. Da er selbst eher kontaktscheu war, übernahm ein Mitbewohner, Reinhold Hanisch, den Verkauf seiner Bilder. Weil er sich bei einem Geschäft von Hanisch betrogen fühlte, übertrug er den Verkauf einem jüdischen Mitbewohner namens Siegfried Löffner. Im August 1910 wurde Hanisch durch Löffner wegen der angeblichen Unterschlagung eines Hitler-Bildes bei der Wiener Polizei angezeigt. Da sich bei dieser Gelegenheit herausstellte, dass Hanisch in Wien unter dem falschen Namen Fritz Walter gemeldet war, wurde er am 11. August 1910 zu einer Gefängnisstrafe von sieben Tagen verurteilt. Im Rahmen der polizeilichen Ermittlungen zu diesem Vorgang gab Hitler am 5. August 1910 zu Protokoll: „Ich kenne (Reinhold Hanisch) vom Asyl in Meidling, wo ich ihn einmal traf“.[31] In dieser Einlassung wird vielfach eine Bestätigung Hitlers gesehen, vorübergehend im Obdachlosenasyl von Meidling gelebt zu haben.[31]

1912 wurde Hitler seinerseits von einer anonymen Person wegen des unberechtigten Führens des Titels eines „akademischen Malers“ bei der Polizei angezeigt und ermahnt, diesen Titel zukünftig nicht mehr zu gebrauchen. In der Forschung wird angenommen, dass der Maler Karl Leidenroth, ein Freund Hanischs, die Anzeige in dessen Auftrag erstattete, um sich für die Anzeige aus dem Jahr 1910 zu revanchieren.[32] Danach schränkte Hitler seine künstlerische Tätigkeit ein. Bemerkenswerterweise arbeitete er beim Handel mit seinen Bildern mit zahlreichen weiteren Juden zusammen, so mit dem ungarischen Männerheimbewohner Josef Neumann, der als sein Verkäufer fungierte, sowie den Händlern Jakob Altenberg und Samuel Morgenstern. Es ist daher fraglich, ob Hitlers Antisemitismus damals bereits so ausgeprägt war, wie er in Mein Kampf behauptete.

Die Historiker Werner Maser und Joachim Fest gingen davon aus, dass Hitler Hanisch 30 Jahre später 1938 verhaften ließ – beziehungsweise ihn nach dem Einmarsch in Österreich bereits verhaftet vorfand – um ihn dann im Konzentrationslager Buchenwald ermorden zu lassen.[33] Wahrscheinlicher ist jedoch, dass Hanisch bereits am 4. Februar 1937 während seines Aufenthaltes im Wiener Inquisitenspital an einem Herzschlag starb. Brigitte Hamann förderte nach intensiven Recherchen zu Hitlers Zeit in Wien nicht nur einen Bericht des untersuchenden Gerichtsarztes in der Wiener Todesfallaufnahme zu Tage, sondern auch einen Brief von Hitlers Wiener Emissär Franz Feiler vom 11. Mai 1938, in dem Feiler seinem Vertrauensmann im NSDAP-Hauptarchiv Ernst Schulte-Strathaus mitteilte, Hanisch sei „vor 1,5 Jahren gestorben.“[34]

Nachdem Hitler im Mai 1913 das Erbe des Vaters ausgezahlt worden war, zog er vom Männerwohnheim in Wien nach München um, wo er bei dem Schneider Josef Popp in der Maxvorstadt zur Untermiete wohnte. Der Umzug hatte auch den Zweck, dem Militärdienst in Österreich zu entgehen. In Mein Kampf schrieb er später, er habe sich nach einer „deutschen Stadt“ gesehnt. Hier las er die rassistischen Schriften Houston Stewart Chamberlains. Hitler malte in München weiterhin Aquarelle und gelegentlich Ölbilder, meist Architekturdarstellungen nach fotografischen Vorlagen. Er verkaufte die Arbeiten vornehmlich in der Kunsthandlung Stuffle am Maximiliansplatz. Hitlers Begleiter in dieser Zeit war der Wiener Rudolf Häusler, der mit ihm von Wien nach München gereist war und hier – in ähnlicher Position wie zehn Jahre zuvor August Kubizek – das Zimmer mit ihm teilte.

Nach längerer Suche durch die österreichische Polizei und Vorführung beim österreichischen Konsulat in München durch Beamte der Münchner Kriminalpolizei am 19. Januar 1914 fuhr Hitler am 5. Februar 1914 zur Musterung nach Salzburg. Hier wurde er als waffenunfähig beurteilt und vom Militärdienst in Österreich zurückgestellt. Dass er nicht prinzipiell dem Kriegsdienst aus dem Weg gehen wollte, zeigte er als Kriegsfreiwilliger im Ersten Weltkrieg. 


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